Was ist Linux?
Linux ist ein Betriebssystem-Kernel. Er wurde ab 1991 vom finnischen Programmierer Linus Torvalds entwickelt. Das Ziel war es, eine Umgebung zu schaffen, die jener von damals weitverbreiteten (aber ziemlich teuren) Unix-Systemen so ähnlich wie möglich ist. Ursprünglich sollte der Kernel genau das, und nichts anderes, erreichen. Mittlerweile wird er von einer Vielzahl von Betriebssystemen als Grundlage genutzt. Zu erwähnen sind hierbei diverse Linux-Distributionen. Ferner wird der Kernel in einer großen Anzahl von Embedded Devices verwendet, wie Internet-Routern oder auch Android-Smartphones.
Der Linux-Kernel ist monolithisch aufgebaut. Das bedeutet, dass er alle Funktionen und Treiber, die er für sich selbst benötigt oder anderen Programmen zur Verfügung stellen will, in einem Paket, dem Kernel-Image, mitbringt. Das hat Linux anfangs Spott eingebracht, aber da es inzwischen auch Module laden kann, sogar zur Laufzeit, hat diese Herangehensweise keine negativen Auswirkungen mehr auf die Performance des Systems.
Der Linux-Kernel ist inzwischen portierbar programmiert. Das bedeutet, dass sein Quellcode zum größten Teil nicht von der Plattform abhängig ist, auf der er später laufen soll. Unterstützt werden derzeit Intel x86 (32 Bit), x64, ARM, PowerPC, RISC V und noch viele andere mehr. Die Portierbarkeit ist gleichzeitig einer der Hauptgründe für die weite Verbreitung. Ein weiterer ist die Skalierbarkeit. Der Kernel kann kleine und leistungsschwache Chips (etwa in Mikrocontrollern oder Single-Board-Computern) verwalten, aber auch die leistungsstärksten Super-Computer.
Wer entwickelt Linux?
Der Kernel wird nicht von einzelnen Personen oder einer bestimmten Firma weiterentwickelt. Es handelt sich um freie Software, was bedeutet, dass potenziell jeder seinen Code beisteuern kann. Das passiert in der Praxis auch. Oft geschieht dies aus Eigeninteresse: Neue Treiber kommen häufig in den Kernel, weil ein Hardware-Hersteller seine neuen Geräte unterstützt sehen möchte und daher einen Treiber schreibt. Diesen reicht er bei den Maintainern ein.
Verwaltet wird das Projekt im Ganzen nach wie vor von Linus Torvalds. Es gibt ferner viele weitere Maintainer, die sich um „ihren“ Bereich innerhalb des Kernels kümmern. Wenn jemand Code beisteuern möchte, landet dieser in der Regel bei einem solchen Pfleger, der darüber entscheidet, ob er offiziell aufgenommen wird oder nachgebessert werden muss.
Versteht man darunter nicht etwas anderes?
Wenn man umgangssprachlich von „Linux“ spricht, meint man in den meisten Fällen das gesamte Betriebssystem. Dieses müsste korrekterweise als GNU/Linux oder Linux-Distribution bezeichnet werden. Innerhalb der Nutzerkreise wird zuweilen heftig diskutiert, welcher Name der korrekte ist. Wenn du mehr zu dieser Kontroversen wissen möchtest, wirst du bei der Free Software Foundation fündig, deren Gründer Richard Stallman eine ausführliche Stellungnahme verfasst hat. Weitere Aspekte und warum der Namensstreit an Bedeutung verliert, kannst du in der Wikipedia nachlesen.
„GNU/Linux“ rührt daher, dass der Kernel fast immer zusammen mit Bibliotheken, Tools und anderen Paketen des GNU-Projektes verwendet wird. Das hat vor allem historische Gründe, denn das GNU-Projekt ist schon viel älter und stellte Tools und Bibliotheken zusammen, die unter Unix-Systemen zu finden waren, jedoch unter einer freien Lizenz. Was GNU zu einem vollständigen Betriebssystem fehlte, war ein Kernel. Mit GNU Hurd wurde ein passender geplant und auch entwickelt, aber Linux konnte viel mehr Traktion gewinnen. Torvalds stellte seinen Kernel unter die freie Lizenz GPL – genau wie die übrigen GNU-Projekte –, was seinen Kernel zu einem geeigneten Kandidaten machte, um das fehlende Puzzlestück zu komplettieren.